Viel Lust, ein bisschen Frust doch Ende gut, alles gut - ein Bericht von Sportsfreund Matthias
Hallo liebe Rad-up`s,
es ist wieder mal geschafft. Nach hunderten von Trainingskilometern haben wir den diesjährigen Saisonhöhepunkt,
die Cyclassics erfolgreich, teils sehr erfolgreich hinter uns gebracht. Auch dieses Jahr ist der grösste Erfolg
die Tatsache, dass wir alle, soweit ich das überblicken kann, ohne Sturz und Verletzungen ins Ziel gekommen sind.
Im Vorfeld des Rennens war die Stimmung in der Gruppe nicht bei allen unbedingt gut gewesen. Jens hat durch
krankheitsbedingten Trainingsmangel und ungünstiger Urlaubsplanung auf einen Start ganz verzichtet.
Andere, die in der Teamwertung Rad-up gestartet sind, wurden aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen
in den Startblock I verbannt. Möglicher Grund waren Teamschmarotzer, die sich mit eingeschlichen haben
und einen Start weiter vorne verhinderten (wir haben einen Maulwurf). Warum dann aber Anja noch separiert
wurde und in den Startblock N kam, begreife ich nun aber gar nicht mehr.
Jedenfalls entsprach die Startblockeinteilung nicht den Leistungen aus dem Vorjahr, was natürlich
ärgerlich ist, weil man auch das Gefühl hatte, dass die erbrachte Leistung vom Veranstalter nicht gewürdigt wurde.
Für Buggy, der es gewohnt war aus Startblock B zu starten, war das natürlich besonders ärgerlich, aber auch bei uns
anderen schwoll der Hals reichlich an.
Aber nun genug des Frustes, widmen wir uns den überwiegend schönen Seiten des Rennens. Grundsätzlich ist
jeder der seine Strecke absolviert hat und ins Ziel gekommen ist, ein Sieger. Damit hebt er/sie sich von
ca. 95% aller Normalsterblichen ab. Für die ist es nämlich völlig unvorstellbar, überhaupt eine Strecke
von 100 km oder mehr mit einem Fahrrad zurück zu legen. Dennoch war natürlich gerade bei den Teilnehmern
die nicht zum ersten Mal dabei waren der Ehrgeiz mit im Spiel eine gute Zeit zu fahren bzw. die Zeit aus
dem Vorjahr zu toppen.
Ein paar herausragende Zeiten und Platzierungen fallen doch beim Blick in die Ergebnislisten ins Auge.
Da sind als Erstes mal unsere Damen zu erwähnen, die wie schon im letzten Jahr hervorragende Leistungen
vorzuweisen haben. Durch das Mitwirken von Britta hat die Abteilung nicht nur einen Mitgliederzuwachs von
satten 50% zu verzeichnen sondern durch Platz 12 über 55km eine weitere starke Fahrerin in ihren Reihen.
Anja konnte ihre gute Zeit aus dem Vorjahr nochmals verbessern und hat ebenfalls mit Platz 12 über 100 km
das verwirklicht, was wir alle in diversen Trainingsausfahrten bereits vermutet hatten (sie ist einfach
top in Form). Leider hat Anja angedeutet, dass sie ihre Cyclassicskarriere vorzeitig beenden will, was ich
verstehen kann, aber trotzdem schade finde." Liebe Anja, noch ist Zeit zum Rücktritt vom Rücktritt. Lass
uns nicht allein in der rauen Welt des Radrennens."
Gunda hat mit Rang 3 die beste Platzierung überhaupt erreicht und ist nur schlapp 6 Minuten an Platz 1
vorbeigerauscht. Mit ein wenig Glück und einer besseren Gruppe wird sie nächstes mal ganz oben stehen.
Sie ist auf jeden Fall jetzt schon "unsere No1".
Tja, meine Herren, Platz 3 und 2 x Platz 12 für die Damen, da können wir nur doof aus unserer Funktionswäsche
schauen. Da kann Mann schon mal neidisch werden und die Tatsache, dass ich mit einer gründlichen Rasur und
etwas von Gundas Rad-up Make-up als Mathilde Franke mit meiner Zeit immerhin auf Platz 7 gefahren wäre,
lässt mich für nächstes Jahr auf einen interessanten Gedanken kommen.
Ich will uns ja auch gar nicht schlecht reden, denn das sind wir ja schließlich ganz schön gut.
Somit hat sich das verwirklicht, was letztes Jahr noch durch eine Panne verhindert wurde.
Stefan "Basso" Kräling ist mit einer Spitzenzeit von 2 h 25 min und einem quasi 41iger Schnitt unser "King of Classics"
2007. Mit der besten Zeit die je ein Rad-upler gefahren ist, hat Stefan deutlich gemacht, dass er z. Z. (noch) in einer
anderen Liga fährt. Wir anderen arbeiten daran so was auch zu können.
Gerade noch mal den Hals aus der Schlinge gezogen hat unser (ewiges ?) Talent Jannik (leider immer noch Alleinunterhalter
im Juniorenmusical). Nach großem Trainingsdefizit ist es ihm doch noch gelungen, durch verstärkte Sonderschichten eine
Klassezeit und Platzierung über 55 km einzufahren. "Aber ey, Jannik, nächstes Mal wieder 100 km, ne."
Eine ebenfalls besonders herausragende Leistung ist die Zeit von Siggi Born, der als einer von drei Rad-up - Teilnehmern die
155 km in nahezu Punkt genau 4 Stunden absolviert hat, was einen Schnitt von 38,5 km/h macht. Das ist schon ein ganz schönes
Pfund. Aber auch beiden anderen Teilnehmern der 155 km - Strecke meinen Respekt.
Der absolute Gewinner der Cyclassics ist für mich aber Siggi Ziehe. Als Rad-up-Suporter und Edelfan stand er mit seiner
Bordsteinshow dem Tourteufel Didi Senft in nichts nach. Der Standort kurz vor der Köhlbrandbrücke war gut gewählt, um
noch mal letzte Energien frei machen zu können. Genützt hat mir das leider nicht so viel, da mich diese bucklige Brücke
nun mehr zum dritten Mal nur äußerst widerwillig auf sich draufgelassen hat. Somit habe ich nun dieses Ding zu meinem
persönlichen Feind erklärt und beschlossen ihr den Garaus zu machen. Ich werde einen Antrag bei dem Hamburger Senat einreichen,
die Brücke abreißen zu lassen (da für die nächste Generation Containerschiffe eh zu niedrig) und durch einen Tunnelneubau zu
ersetzen. Vielleicht ist es mir dann auch möglich in den erlauchten Kreis der U 2:30 h - Fahrer über 100 km aufzusteigen.
Geschafft haben dieses zum ersten Mal Jürgen und Christian. Auch Präsi Buggy schaffte dieses zum wiederholten Mal trotz
schlechterer Ausgangsposition.
Bedanken möchte ich mich auch mal ausdrücklich bei Birgit und Mitstreiterinnen, die jedes Jahr wieder als Betreuerinnen und
Zielgeraden-durchhalte-Motivatoren zur Verfügung stehen.
Allen anderen Rad-uplern, die ich hier nicht namentlich erwähnt habe, möchte ich von dieser Stelle aus gratulieren, für die
erfolgreiche Teilnahme. So oder so gehört doch eine große Portion Training und Mut dazu dieses Rennen, das phasenweise doch
immer auch einem Ritt auf der Rasierklinge gleicht, zu absolvieren. Egal ob man (frau) weiter hinten startet, wo sich viele
unerfahrene Fahrer aufhalten, oder weiter vorne, wo nervös und zickig reagiert wird, ungefährlich ist es nirgends. Bleibt nur
noch die Frage, warum man sich das jedes Jahr wieder antut. Die Antwort ist ganz einfach, es ist sooo schön!
In diesem Sinne bis zum nächsten Jahr, euer Matthias!
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